Ein neuer Vatertrainer betritt die Bühne

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Ich will euch ja von A – Z an meinem Weg teilhaben lassen den ich im Kinderfußball (hoffentlich lange) gehen werde. Und wenn ich sage von A, dann meine ich auch wirklich A wie Anfang. Es stellt sich also die Frage:

Und wie wird man Vatertrainer?

Man wird rekrutiert. Ich für die G-Jugend, vielen vielleicht besser als Bambini bekannt.
Um „entdeckt“ zu werden gibt es sicherlich tausend verschiedene Möglichkeiten, in zahllosen Variationen und auch bei mir war es total überraschend, nie da gewesen, aussergewöhnlich, und… Total gelogen.

Mich hats genauso erwischt wie all die ahnungslosen Typen vorher.

Statt nach Hause zu fahren während des Trainings, habe ich meine wöchentliche Stunde Ruhe auf dem Sportplatz genossen. Ziemlich abseits vom Geschehen bei all den anderen Fußballväternmüttern, und noch ein Stückchen weiter abseits.
Bei denen gehts nämlich NIE um das Training oder etwa um Fußball, aber zu erzählen haben die trotzdem immer, und viel, und ohne Pausen.

Weil andere Väter oft Mangelware waren, hab ich das einzig vernünftige gemacht. Mir vor dem Training nen Ball geschnappt und mit Junior eine Runde gebolzt.

Unfassbar wie weit, hart und präzise Männer in meinem Alter noch schießen können. Und wer jetzt behauptet es läge am Ball Größe 4, mit 290g Gewicht, dem schmettere ich entgegen: Mag sein.

Dennoch sind meine überragenden Fähigkeiten wohl auch den ganzen Bambini Kids nicht verborgen geblieben. Denn aus Vater-Sohn wurde ruckzuck Vater-Sohn-Kindertraube.

Jetzt kommt die zweite Partei ins Spiel. Die Trainer. Die sind nämlich auch nicht blind, und blöd auch nicht. Die sehen: Der ist IMMER da, der kann geradeaus laufen, ein bißchen was am Ball, es scheint ihm zu gefallen mit den Kids zu bolzen. Den ködern wir für unsere G-Jugend.

Vor dem nächsten Training, man kommt gerade so angeschlendert, alternativ ist auch möglich, daß man gerade davon schlurft nach dem Training. Wird kurz geschwartzt und die bedeutungsschwere Frage gestellt:

Hast du nicht Lust uns ein bißchen zu helfen?

Kurz überschlagen, Pros und Contras abgewägt und ja gesagt.
Super, Klasse. Besprechen dann das nächste Mal die Details.

In den ungefähr zwei Minuten vom Angebot bis zur Verpflichtung als Vatertrainer habe ich zwar wirklich mal kurz nachgedacht, aber die tatsächliche Schwere der Entscheidung war mir gar nicht so bewusst.

Absolut positiv bewerte ich einem gemeinsamen Hobby mit meinem Sohn nachzugehen. Ich mag Kinder gerne, sie sind ehrlich, direkt, neugierig, für vieles zu begeistern. Ich liebe Fußball. Ich bin sowieso immer da. Ich habe insgeheim immer gehofft wenn ich mal einen Sohn habe, ihn auch zu trainieren.

Reicht das aus, ein guter Vatertrainer zu sein?

Nein, natürlich nicht! Nicht mal ansatzweise.
Im Gegenteil, es stellt einen sogar vor einige Probleme.

Auch als Trainer bin ich Vater, Vater eines Kindes an das ich gewisse Ansprüche in Sachen Erziehung stelle. Verhalte ich mich meinem Kind gegenüber fair und lege den gleichen Maßstab an wie bei einem beliebeigen anderen Kind aus der Mannschaft?

Ganz ehrlich? Es ist schwer. Es fehlen auch Vorfälle auf lange Sicht, aber die ersten paar Spielstunden denke ich habe ich es akzeptabel gemacht. Es tut sogar gut auch mal fünfe gerade sein zu lassen.

Natürlich will ich mein Kind auch nicht gegenüber den anderen Kindern bevorzugen. Das ist leider wirklich ein schmaler Grat. Streit gibt es immer mal. Hier ist es gut einen weiteren Trainer an der Seite zu haben der reagiert, vermittelt und schlichtet.
Benachteiligen will ich meinen Jungen aber auch nicht.

Was Position, Trikotnummer und Kapitänsbinde angeht kann das zum Glück nicht passieren. Binde bekommt jedes Spiel ein anderer, Trikots werden gezogen, und Positionen spielen noch keine tragende Rolle bei uns.Watch Full Movie Online Streaming Online and Download

Etwas Sorge bereitet mir zB auch, der Bursche wird von mir unbewusst unter Druck gesetzt. Das er denkt, er erfüllt meine Erwartungen nicht, ich wäre enttäuscht von ihm, oder das er vielleicht mal keinen Bock hat, aber sich nicht traut es zu sagen, denn Papi ist ja der Trainer.

Gezielte Fragen wie: Was hat dir heute gefallen? Was hat dir nicht gefallen? Helfen aber das zu bewerten. Man wird eine ehrliche Antwort bekommen und ausserdem merkt man als Vater selbst am besten wenn mit dem Kind etwas nicht stimmt.

Thema Verantwortung

Nicht nur das eigene Kind nimmt am Spielbetrieb teil, logisch, auch Kinder anderer Eltern. Sie geben das wertvollste was sie haben für eine Stunde in unsere Obhut.

Es reicht also nicht sich für die Dauer des Trainings auf den Sportplatz zu stellen und den großen Zampano zu spielen.
Man sollte gut vorbereitet sein.

Gerade im Kinderfußball kann man soviel falsch machen, obwohl es unzählige Möglichkeiten gibt sich darauf vorzubereiten den Kindern einen guten Start in den Fußballsport zu ermöglichen.

Wenn man sich also entschließt die Rolle des Trainers zu übernehmen, dann gut vorbereitet. Ausser im Ausbildungsbereich auf dfb.de gibt es auch ein tolles Buch vom DFB für den Einstieg in den Kinderfußball „Kinderfußball – Ausbilden mit Konzept 1“ was ich jedem ans Herz legen kann. Es ist mit 32€ zwar recht teuer, bringt einem aber fundiert die Philosophie des Kinderfußball näher.

Ich möchte das obige Buch nur mal stellvertrend nennen, möglicherweise werde ich ein paar Rezensionen im Blog einbauen, damit auch ihr einen guten Einstieg in den Kinderfußball habt.

 

 

 

 

 

 

Thomas ist 37 Jahre alt und wächst als Trainer mit seiner Mannschaft. Wie früher als Kind, freut er sich Woche für Woche aufs Training. Nur wenn alle Kinder gelacht haben, hatten alle ein gutes Training.

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Über Thomas 9 Artikel
Thomas ist 37 Jahre alt und wächst als Trainer mit seiner Mannschaft. Wie früher als Kind, freut er sich Woche für Woche aufs Training. Nur wenn alle Kinder gelacht haben, hatten alle ein gutes Training.

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